Schon früh ist Herrmanns Interesse für den Komponisten Antonio Salieri (1750-1825) durch den Film "Amadeus" geweckt worden. Aus der anfänglichen Neugier auf die Werke dieses lange geschmähten Komponisten wurde musikwissenschaftliche Passion, und so hat die Beschäftigung mit Leben und Œuvre Salieris einen wichtigen Stellenwert in seiner Arbeit als Musiker eingenommen. Mittlerweile hat er über Antonio Salieri und seine deutschsprachigen Werke für das Musiktheater promoviert. Die Dissertationsschrift ist im Herbst 2015 beim renommierten Friedrich Hofmeister Musikverlag in Leipzig unter der Bestellnummer FH 3871 (ISBN: 978-3-873-50053-2) erschienen.



Im Zuge seiner Forschungsarbeit wurde er immer wieder von verschiedenen Ensembles und Solisten beauftragt, kritische Editionen der meist nur handschriftliche erhaltenen Partituren Salieris zu erstellen. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die intensive Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Thomas Fey und dem Mannheimer Mozartorchester, die in Kooperation mit dem Label hänssler CLASSIC im Frühjahr 2010 bereits die zweite Folge einer ganzen Salieri-Reihe vorgelegt haben. Im Dezember 2010 wurde diese Aufnahme in der Kategorie "Best Orchestral Performance" für einen Grammy nominiert.

 

      

Eine weitere, von Herrmann betreute Aufnahme mit ausgesuchten Liedern und Duetten Salieris entstand im Herbt 2012 in Kooperation mit dem SWR Stuttgart. Die CD ist am 8. September 2014 bei hänssler CLASSIC erschienen, für die stilgerechte Einspielung der Werke sorgten Ilse Eerens (Sopran) und Annelie Sophie Müller (Mezzosopran) sowie der renommierte Pianist und Liedbegleiter Ulrich Eisenlohr (Hammerflügel).





REAKTIONEN DER INTERNATIONALEN PRESSE

RONDO Magazin
03/2008:
"Mit der von Fey und dem Mannheimer Mozartorchester eingespielten Salieri-CD ist nun aber auch der Startschuss für eine Aufnahmeserie gefallen, mit der dem weithin unbekannten Salieriprofil endlich die nötige Konturenschärfe gegeben werden soll. [...] Der Schlüssel zum Werk Salieris liegt bei Herrmann in den besten Händen. Womit dem Umzug Salieris von der Anklagebank in die Nähe des Komponistenhimmels nichts mehr im Weg stehen dürfte."

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 1. April 2008:
"Historisch gesehen, gehört Antonio Salieri [...] in die Nachfolge seines Meisters Christoph Willibald Gluck. Das Album 'Ouvertüren & Ballettmusik', mit dem das Mannheimer Mozartorchester jetzt eine Salieri-Reihe eröffnet, legt davon in jedem Takt Zeugnis ab."

Wiener Zeitung vom 30. April 2008:
"In Ersteinspielungen der Ouvertüren zu 'Der Rauchfangkehrer' (1781), 'Daliso e Delmita' (1776) oder 'Catilina' (1790/02) kann man sich ebenso von der Kraft und Originalität von Salieris Musik überzeugen, wie in zwei umwerfenden Ballettmusiken: Einmalig!"

New Zealand Herald vom 1. Mai 2008:
"It was this film that spourred scholar Timo Jouko Herrmann and conductor Thomas Fey to check out Salieri's actual music and persuade Hanssler Classic to book a recording studio. The CD resulted, with the Mannheimer Mozartorchester playing a selection of overtures and ballet music, is optimistically titled Volume 1 [...]. 'May the name of Salieri regain a bit of the well-deserved, dignified luster it once had', is the war-cry of Fey and his band. With recordings like this, it just might."

Classics Today 07/2008:
"It reveals Salieri [...] as a considerable talent. [...] This will certainly be a series to watch, and collect."

Gaudisc Nr. 25 Sommer 2008:
"Esta imparable Salieri Renaissance da un paso más adelante gracias a la labor de Thomas Fey y la Orquesta Mozart de Mannheim [...], que dan el brillante albadonazo de salida de una edición de las oberturas y la música de ballet del compositor italiano, con un buen puñado de primeras grabaciones mundiales."

CLASSICA - LES BRÈVES vom 9. Januar 2009:

"Une vraie réhabilitation."

MHS - Musical Heritage Society
06/2009:
"It's high time the music world took a second look at this unfairly overlooked composer and Thomas Fey send out to do just that on this new release. Fey's own introduction to this music came from musicological consultant Timo Jouko Herrmann, who collaborates with the Mannheim Mozart Orchestra and the Heidelberg Symphony [...].
This recording is the culmination of considerable research into Salieri's manuscripts and compositions. It is certainly worth mentioning that several of the tracks presented here are world premiere recordings and it is hard to believe these works have been so long forgotten. [...] the performances here are so fine, the music so enticing, that poor Salieri may finally get his day in the sun."


ouverture
02
/2010:
"Diese CD enthält überwiegend Welt-Ersteinspielungen. Der Komponist und Salieri-Forscher Timo Jouko Herrmann hat all die musikalischen Preziosen in der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek Wien ausgegraben, und nach den handschriftlichen Quellen wieder für Bühne und Konzertsaal verfügbar gemacht. Diese Funde sind überaus beeindruckend; man darf sehr gespannt darauf bleiben, was er bei seinen Recherchen weiter auffinden wird - und auf die nachfolgenden Einspielungen mit Fey und dem Mannheimer Mozartorchester. Ausgesprochen vergnüglich!"

MDR FIGARO am 6. April 2010:
"Da wird jedes der Salieri-Orchesterstücke auf der neuen CD [...] zu einem echten Aha-Erlebnis."

ClassicsToday
04/2010:
"The music is unfailingly colorful, inventive, and wholly winning."

Place de l'Opera 04/2010:
"Deze diversiteit aan fragmenten maakt ook dat de cd meer is dan enkel een prettig uurtje muziek. Het is naar mijn idee een fraaie staalkart van de kunsten van Salieri. Zeker als je uitleg van componist Timo Jouko Herrmann in het boekje erbij neemt. Dat geeft je goed inzicht in wat Salieri heeft proberen uit te beelden."

KCUR am 7. Mai 2010:
"A fantastic recording, performed incredibly high-level by the Mannheim Mozart Orchestra conducted by Thomas Fey."

Gramophone Magazine 06/2010:
"Forget the myths and the rumours - there's drama in Salieri's stage works! [...] Salieri was no pushover. Neither is Fey, who, as usual, couples individuality in interpretation to dynamic, sizzling conducting and whiplash precision of ensemble. [...] His graphic feel for drama at the heart of music is here sharpened to accommodate the expressive power of the operatic medium. From the rasping blaze of trumpets, high horns and timpani in 'Il mondo alla rovescia' to the beautifully shaped Adagio from the Sinfonia to 'La calamita de' cuori', Fey's grasp of extremes is a fearless re-creation of Salieri's creative invention. Bravo!"
(Editor's Choice - June 2010)

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 21. Oktober 2010:
"Feys Interpretationen bestechen durch kernige Frische und Präzision, aber vor allem ist der Furor schier überwältigend: Hier zündet der revolutionäre Elan von Salieris Musik wieder, man begreift, was sein Schüler Beethoven bei ihm gelernt haben mag. Die faszinierenden Salieri-Ausgrabungen dieser Edition verdankt Thomas Fey aber auch Timo Jouko Herrmann. Seine Forschungen brachten Entdeckungen wie eine frühe Symphonie für zwei Orchester wieder ans Licht, auch die Ouvertüre und Zwischenmusiken aus der späten patriotischen Bühnenmusik zum Schauspiel 'Die Hussiten vor Naumburg' oder die 'pantomimische' Ouvertüre zur Oper 'Armida' - ein Geniestreich des zwanzigjährigen Salieri."

Die CD "Antonio Salieri - Overtures & Stage Music" wurde im Dezember 2010 für den Grammy in der Kategorie "Best Orchestral Performance" nominiert!

BBC Music 01/2011:
"An engaging and eclectic survgey of Salieri's music."

Das Orchester 01/2011:
"Diese zeugen sämtlich von Salieris Fähigkeit zur kompositorischen Nachzeichnung vielfältiger Stimmungsbilder [...] und geben außerdem einen ersten Eindruck der Breite seines Schaffens. Fey geht die Stücke sämtlich mit flotten Tempi und starker Akzentuierung an, weiß aber auch in lyrischen Passagen, etwa durch winzige agogische Bewegungen, immer wieder zu überzeugen. Dabei nutzen Dirigent und Musiker jede Gelegenheit zum Theaterdonner, zu überraschenden dynamischen Wendungen, zur Auslotung dynamischer Gegensätze. [...] Eine höchst interessante Aufnahme [...]."

MHS - Musical Heritage Society 03/2011:
"[...] Salieri would be pleased to hear his music so lovingly revived. Well recorded, performed and featuring works that will most likely be 'new' music to most ears, it is a great addition to any collection. Recommended."

KLASSIEKEZAKEN vom 15. Juli 2011:
"Thomas Fey kiest nu met zijn Mannheimer Mozartorchester voor een bredere invalshoek en toont aan hoe Salieri in zijn instrumentale ouvertures en theaterballetten net weer een stap verder ging dan Gluck in zijn pantomimeballetten had gedaan. [...] Het is een leuk begin, maar hopelijk komt ook het vocale (leeuwen)deel van Salieri’s oeuvre nog aan de orde."

Das Opernglas 10/2014:
"Die [...] vorliegende CD mit Liedern des Italieners ist eine echte Rarität, die zudem beeindruckend ausgeführt wird: Sehr homogen gestalten die belgische Sopranistin Ilse Eerens und die deutsche Mezzosopranistin Annelie Sophie Müller die Duette [...]. Während die Mezzosopranistin mit balsamischer, samtiger Mittellage und einer beeindruckenden Tiefe aufzutrumpfen weiß, [...], besticht die Sopranistin mit leichtem, in der Höhe silbrigem Sopran. [...] Ulrich Eisenlohr begleitet die Sängerinnen auf dem Hammerklavier sehr einfühlsam und trägt auch seinerseits zur 'Stimmungsmache' bei. [...] Nicht nur eine seltene, sondern auch eine sehr gute Einspielung, die einen exzellenten Einblick in das Schaffen des oftmals verschmähten Salieri gibt."

Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15. Juni 2015:
"Von dem Salieri-Kenner Timo Jouko Herrmann stammt der sachkundige Text im Begleitheft."

 



DERZEITIGER STAND DER EDITION

Antonio Salieri (1750-1825)


Ouvertüre zu "L'amore innocente" (1770)*
Ouvertüre zu "Armida" (1771)
Ouvertüre zu "La secchia rapita" (1772)
Sinfonia a due orchestre aus "La calamita de' cori" (1774)
Ouvertüre zu "La finta scema" (1775)
Ouvertüre zu "Daliso e Delmita" (1776)
Intrada & Lotta aus "Daliso e Delmita" (1776)
Concertino da camera für Flöte und Streicher G-Dur (1777)
Motette "Fremat tirannus" für Sopran, Chor & Orchester (1778)
Ouvertüre zu "Europa riconosciuta" (1778)
Picciola Serenata für Bläserquintett B-Dur (1778)
Ballett "Pafio e Mirra" (1778)
Ouvertüre zu "La partenza inaspettata" (1779)
Ouvertüre zu "Der Rauchfangkehrer" (1781)
Ode "Deh si piacevoli" für Sopran & Klavier (1782)
Ouvertüre zu "Semiramide" (1782)*
Ouvertüre zu "Les Danaïdes" (1784)
Ballettmusik aus "Les Danaïdes" (1784)
Ouvertüre zu "La grotta di Trofonio" (1785)
Kantate "Per la ricuperata salute di Ofelia" für Sopran & Klavier (1785)
Ouvertüre zu "Prima la musica poi le parole" (1786)
Ouvertüre zu "Les Horaces" (1786)
Ballettmusik aus "Les Horaces" (1786)
Ouvertüre zu "Cublai, gran Kan de' Tartari" (1786)*
Ouvertüre zu "Tarare" (1787)
Picciola Sinfonia aus "Axur, Re d'Ormus" (1788)
Ouvertüre zu "Il talismano" (1789)
Ouvertüre zu "Catilina" (1790-92)
Ouvertüre zu "Il mondo alla rovescia" (1792/1795)
Ouvertüre zu "Palmira, Regina di Persia" (1795)
Marsch G-Dur aus "Palmira, Regina di Persia" (1795)
Armonia per un tempio della notte für Bläseroktett Es-Dur (nach 1795)
Sonett "Il Genio degli Stati Veneti" für Sopran & Klavier (1798)
Ouvertüre zu "L'Angiolina" (1800)
Ouvertüre zu "Cesare in Farmacusa" (1800)*
Ouvertüre zu "Annibale in Capua" (1801)
Ouvertüre zu "La bella selvaggia" (1802)
Ouvertüre & Entreactes aus "Die Hussiten vor Naumburg" (1802/03)
Ouvertüre zu "Die Neger" (1802/04)
Picciola Sinfonia aus "Die Neger" (1802/04)
28 Divertimenti vocali für ein bis drei Stimmen & Klavier (1803)*
Psalm "De profundis" g-Moll (1805)
Psalm "Miserere nobis" g-Moll (1805)
Ouvertüre zu "Habsburg" (1805/06)

Drei französische Romanzen für Sopran & Klavier (1808)
Offertorium "Si ambulavero in medio" g-Moll (1809)
Cavatine "Pensieri funesti" für Mezzosopran & Klavier (ca. 1810)
Drei Lieder aus Reissigs "Blümchen der Einsamkeit" für Sopran & Klavier (1811)
Kantate "Das Lob der Musik" (1818)
Graduale "Spiritus meus attenuabitur" d-Moll (1820)

Außerdem diverse Arien und Ensembles aus "L'amore innocente", "La secchia rapita", "Der Rauchfangkehrer", "Les Dana
ïdes", "Les Horaces", "Il talismano", "La cifra", "Palmira, Regina di Persia", "Falstaff", "Annibale in Capua" und "Die Neger".


* in Vorbereitung